Die Domestizierung des Silberfuchses.

Die Domestizierung des Silberfuchses.

Der Russische Biologe Belajew wurde in den fünfziger Jahren mit der Leitung einer Silberfuchsfarm betraut. Innerhalb von nur 30 Generationen gelang es ihm durch gezielte Selektion von wenig aggressiven Tieren eine zahme Variante zu Züchten. Die Tiere verloren ihre natürliche Aggressivität und wurden zutraulich wie Haushunde. Der zweite, unbeabsichtigte Effekt war, die Tiere verloren ihren natürlichen Fortpflanzungsrhytmus von einem Jahr und konnten wie Hunde zweimal im Jahr trächtig werden.

Der Dingo, ein nicht vollständig domestizierter Wolf, ist eine Zwischenphase von Wolf und Haushund. Dingoweibchen haben nur eine Wurf im Jahr, kommen aber zweimal im Jahr wie Hunde, in den Östrus. Sie werden aber nur einmal tatsächlich Tragend. Beim zweiten Mal kommt es höchsten zu Scheinschwangerschaften.

Die Selektion der wenig aggressiven Tiere verändert das Gehirn der Tiere. Sie sind zu natürlicher Aggression, zu natürlicher Selbstverteidigung nicht mehr in der Lage. Es fehlt ihnen einfach das Gehirn dazu. Dieser Vorgang hat nichts mit Zähmung zu tun. Gezähmt werden kann nur ein gefangenes, zuvor wild lebendes Tier durch Dressur. Das ist aber nur bedingt möglich. Die Verhaltensänderung wird dabei durch Training verursacht. Die Verhaltensänderung bei gezüchteten Tieren ist durch Veränderungen des Gehirns verursacht. Derselbe Vorgang ist auch beim Menschen zu beobachten. Seit Beginn der Menschenzüchtung ist das Gehirn des Menschen nachweislich geschrumpft. Es hat ohne Zweifel eine künstliche Selektion stattgefunden. Die „Willigen“, die Zahmen durften, konnten sich vermehren. Die natürliche Zeugung wurde systematisch unterdrückt. Das geschieht bis heute. Alles gezüchtete Leben sowie Hunde und Silberfüchse, nicht mehr zu einem natürlichen Verhalten in der Lage. Hunde haben nachweislich eine geringere Intelligenz als Wölfe. Dasselbe gilt auch für selektierte, gezüchtete Menschen.

In der freien Wildbahn sind selektierte, gezüchtete Lebewesen nicht mehr Überlebensfähig, ihr Aussterben ist vorbestimmt. Die weiter natürlich stattfindende Evolution geht an den gezüchteten Vorüber. Sie bleiben in der Wahnwelt der Züchter und gehen mit ihr zwangsläufig unter.

Seit Beginn der Selektierung der, der willentlichen Züchtung von Menschen sind etwa Zehntausend Jahre vergangen. Bei einer Generationsfolge von 25 Jahren sind bisher etwa 400 Generationsfolgen entstanden. Bei weitem ausreichend um irreversible Veränderungen an der Biologie des Menschen manifest werden zu lassen. Für diese Menschen gibt es kein Zurück in ein natürliches Leben, sie sind zum Aussterben bestimmt. Das haben sie ihren Züchtern zu verdanken. Allerdings gilt das nur für einen Teil der Menschen. Die Selektion wurde in dieser Zeitspanne nicht konsequent durchgeführt. Dadurch ist die Menschheit noch mit einem natürlichen Genpol ausgestattet. Die Auswirkungen auf das Gehirn sind noch gering oder auch nicht vorhanden. Diese Menschen haben eine Überlebenschance. Und entkommen der Selektion durch Menschenzüchter und können sich evolutionär weiter Entwickeln. Sie sind noch Evolutionsfähig. Sie mögen Dressiert sein, aber sie sind noch nicht Domestiziert. Für diese Menschen gibt es ein Zurück zu natürlichem Leben und zu natürlicher Fortpflanzung, wo nicht Wille bestimmt sondern Liebe. So wie es Millionen Jahre vor Beginn der künstlichen Selektion normal war.

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Der Anfang 4

Der Anfang 4

67 verließ ich die Schule. Ich hatte es geschafft nicht sitzen zu bleiben, das war auch alles. Das Zeugnis war nicht besonders. Gerade genug eben nicht sitzen zu bleiben. Ich begann eine Lehre als Maschinenschlosser. Ich hatte keine Ahnung was ich werden wollte. Ich hatte kein ich. Ich tat das was am Einfachsten war und folgte dem ausgetreckten Finger. Lehre war Vorgeschrieben und ich hatte keine Wahl. Also suchte ich mir das Bekannte. Mein Vater war Dreher und hatte eine eigene Werkstatt. Ich kannte mich aus. Auch wenn ich nicht viel mehr gemacht hatte als Farbe auf Gusseisernen Ventilen zu streichen die mein Vater repariert hatte. Ich musste oft helfen nach der Schule. Das war normal. Zumindest für mich. Mein Weg war vorgezeichnet, so sah es jedenfalls damals aus. Allerdings war ich schon damals nicht mehr in der Lage eine Zukunft für mich zu sehen. Ich wollte eigentlich nur noch raus. Ich hasste diese Familie. Ich war allein und hatte keinen Plan. Pubertät. 16. Die Anderen bekamen Mopeds, ich musste zusehen. Kein Führerschein. Gut ich hatte nur noch ein Auge, aber das war kein Grund mir das zu verwehren. Ich war wieder ausgeschlossen. Im Nachhinein hätte auch ein Führerschein nichts geändert. Alles hätte anders sein müssen. Meine Eltern hätten menschliche Wesen sein müssen und keine perversen Monster. Aber das waren sie nicht und so ging alles den vorbestimmten Weg. Es kam der Alkohol. Es kamen Alkoholexzesse. Die anderen fanden Haschisch. Die Zeit war im Umbruch. Allerdings bekam ich von diesen ganzen Geschichten nichts mit. Es interessierte mich nicht. Mich interessierte nichts außer meinen Problemen mit denen ich nicht fertig werden konnte. Im Rausch packte ich eine Tasche, klaute Geld aus dem Portemonnaie und haute mitten in der Nacht ab. Ziel Frankreich, Paris. Per Anhalter fuhr ich Stockbesoffen nach Frankfurt. Dort kaufte ich eine Fahrkarte nach Paris und kam bis an die Grenze. Ich hatte keinen wirklichen Plan, keine Ahnung wo ich gelandet wäre. Ich wollte ein Verbrecher werden. In der Tasche eine Strumpfmaske und ich glaube ich hatte auch eine Schreckschusspistole dabei. Als ich früh Morgens wieder nüchtern wurde holte man mich in Saarbrücken aus dem Zug und steckte mich in eine Zelle. Ich hatte nichts getan, also gab es keine Anklage. Da ich aber noch nicht volljährig war, blieb ich in der Zelle bis mein Vater mich abholte. Die Rückfahrt war Schweigsam. Es gab nichts zu Reden und ich wollte nicht Reden. Mit wem auch. Ich war wieder da, als sei nichts geschehen. Vergessen und Verdrängen, so war es üblich. Später haute ich noch mehrmals ab, aber immer ohne Ziel und ohne Plan. Der Alkohol machte mich mutig, ich verlor meine Angst und entschied mich immer Spontan. Es gab keinen Plan vorher, kein ausgedachtes Ziel. Was ohnehin von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen wäre, weil ich nicht volljährig war. Was immer ich auch tat, es machte keinen Sinn und war nur Ausdruck einer großen Hilflosigkeit. Ich musste da Weg, aber es gab keinen Weg dem Rattenloch zu entkommen in dem ich gefangen war. Da war auch niemand mit dem ich hätte Reden können. Ich war allein. Es gab nicht einen einzigen Menschen mit dem ich hätte Reden können und es war auch nicht ein einziger Mensch in meiner Nähe, der sich auch nur im Geringsten um mich gekümmert hat oder wenigstens mal Fragte wie es mir ging. Es war beschissen. Ich war wie in einem Zuchthaus und um mich herum nur Geisteskranke, Irrsinnige und Blöde. Die Alkoholexzesse fanden Regelmäßig an den Wochenenden statt. Unter der Woche trank ich nichts. Ich mochte kein Bier! Ich trank es weil alle Bier tranken und ich wollte dabei sein. Ich ging in die Kneipen zum Trinken und Karten spielen. Oder ich ging zu den Tanzveranstaltungen am Wochenende zum Saufen. Tanzen war nicht mein Ding. Freude war nicht mein Ding und Mädchen waren auch nicht mein Ding. Ich war Schüchtern, Ängstlich, brachte kaum ein Wort heraus. Und vollkommen orientierungslos in der Welt. Ich wollte eine Freundin, ich wollte auch Tanzen, aber ich hatte keine Ahnung wie man das macht und ich hatte Angst. Angst mit anderen Menschen zu reden, besonders mit Mädchen. Ich hatte kein Selbst. Ich hatte kein Ich. Im Grunde gab es mich nicht, ich war zwar körperlich vorhanden, aber nicht als ich. Ich hatte keine Ziele, keine Wünsche, keinen Geschmack. Ich stopfte in mich hinein was kam. Ich konnte nicht einmal sagen was ich nicht mochte, geschweige denn was ich mochte. Ich war einfach nicht als Ich vorhanden. Nach einigen Bier verlor sich die Angst. Ich konnte Reden. Ich erlebte mich als andere Person. Aber jetzt war ich besoffen und das kam auch nicht an. Es war ein Teufelskreis. Ich hatte keine Freunde, war mal hier und mal da dabei. Die älteren Jungs hatten schon die ersten Autos. Manchmal wurde ich mitgenommen. Mein erster Autoklau fand so seinen Anfang. Wochenende, wir waren nach Offenbach gefahren. Landeten in einer Kneipe, die anderen kannten sie schon, und das übliche Saufen fing an. Mit dabei auch ein paar Mädels. Ich habe von dem Abend selbst nicht mehr viel in Erinnerung. Jedenfalls setzte ich mich ins Auto, das vor der Tür stand und fuhr los. Ich kam nicht weit, am Kaiserleikreisel, den ich volltrunken vollkommen  übersehen hatte, raste ich mit hundert Sachen über den Bordstein und kam in der Mitte der Grünfläche  mit gebrochenen Achsen zum Stehen. Mir war nichts passiert. Nur das Auto war quasi Tiefergelegt. Ich bemerkte erst Hinterher, dass sie Sitze nach hinten geklappt waren. Ich war ohne Rückenlehne gefahren. Sturz Betrunken stieg ich aus und machte mich auf den Weg nach Hause. Ich habe kein Ahnung wie ich die 15 Kilometer geschafft hatte. Am nächsten Morgen standen sie natürlich bei mir auf der Matte. Großes Trara und ich fühlte mich beschissen und Schuldig. Ich hatte keine Ahnung mehr was da in mich gefahren war. Meine Eltern kamen für den Schaden auf. Dann das Übliche. Es passierte nichts. Es ging weiter als sei nichts geschehen. Erst viel später realisierte ich was dort geschehen war. Sie hatten ganz gezielt eines der Mädels abgefüllt und hatten schon das Auto für ein Nümmerchen abgefüllt. Als ich das mitkriegte, habe ich kurzerhand das Bett zu Schrott gefahren. Ich mochte sie, das reime ich mir jedenfalls aus der Bruchstückhaften Erinnerung zusammen. Ich habe ihnen die Tour vermasselt, das macht mir heute ein gutes Gefühl. Damals fühlte ich mich beschissen und dachte noch ganz anders darüber. Ich hatte erst vor einiger Zeit erfahren, dass meine Eltern Jahre zuvor, als ich den Unfall mit dem Auge hatte, von der Versicherung eine hohe Summe ausgezahlt bekommen hatten. Durch Zufall erfuhr ich das in einer Kneipe beim Skatspielen von dem Versicherungsmenschen der mit am Tisch saß. Ich war von den Socken. Als merkte was er da ausgeplaudert hatte, musste ich ihm Versprechen ihn nicht zu verraten… Voller Wut frage ich meine Mutter nach dem Geld. Wie gesagt, das war einige Jahre später. Sie sagte nur, sie hätten davon eine neue Kautschgarnitur gekauft und das Wohnzimmer renoviert, so hätte ich ja auch was davon gehabt. Wahrscheinlich kam dazu auch noch der neue Farbfernseher, der damals ins Haus kam. Von da an war es mir nur Recht wenn sie für mich bezahlen mussten, sie sollten von dem ganzen Geld nichts haben. Was ich dann auch gemacht habe. Es war nicht das letzte Mal, dass sie Bezahlen mussten. Und wenn ich die einzelnen Posten zusammen rechne, dann kommt in Etwa die Summe heraus die sie mir Unterschlagen haben. Ich hatte kein Rechte ich war ihnen Ausgeliefert, ich konnte nichts tun und ich hasste sie dafür. Sie und den Staat der zusah wie sie mein Leben systematisch zerstörten. Selbst wenn ich hätte gehen wollen, das Gesetz war gegen mich. Was also blieb mir übrig. Rebellion, Saufen, Auto klauen, Abhauen und immer wieder eingefangen werden. Es war kein Leben, es war die Hölle. Es war eine katholische Hölle. Sie waren keine Menschen. Sie sahen nur so aus. Mit wirklichen Menschen hatten sie nur noch den aufrechten Gang gemeinsam.

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Der Anfang 3

Der Anfang 3

Ich kam in die Schule. Die ersten Jahre waren nicht besonders, aber auch nicht besonders schlecht. Ich war ein durchschnittlicher Schüler mit einer fürchterlichen Klaue, die ich oft selbst nicht lesen konnte. Ein Hinweis darauf, dass ich kein Ich hatte. Ich habe nicht viele Erinnerung an diese Zeit. Es war eine neue Schule und ich glaube wir waren die erste Klasse die dort einzog. Ein großes Gelände mit einem großen Platz in der Mitte und an den Seiten flache Gebäude. Später kam noch ein größeres dazu in dem die Mittelschüler einzogen. Ich sollte eigentlich dabei sein, meine Lehrer schlugen mich vor und fragten ob ich nicht auf die Realschule wechseln wollte. Das war in der vierten Klasse. Ich hatte keine Ahnung. Woher auch? Ich kann mich an keine großen Einzelheiten mehr erinnern. Jedenfalls konnte ich mich nicht entscheiden. Und man schlug vor ich könne ja noch in der fünften Klasse wechseln. Ich hatte dann auch den Wunsch das zu tun und äußerte ihn meiner Mutter gegenüber. Wie immer kam eine solche Entscheidung auf den letzten Drücker. Geredet wurde über diese Thema nie. Es blieb alleine mir überlassen. Und was hatte ich für eine Ahnung was das bedeutete. Ich hatte keinen blassen Dunst was diese Entscheidung für mein weiteres Leben bedeutet. Meine Mutter sagte nein. Bumm. Einfach nein. Ich sei jetzt auf der Volkschule und dort solle ich bleiben. Basta. Dafür könnte ich ihr mit einem Baseballschläger mitten in die Fresse schlagen. Basta, Endgültig. Das ganze Maul ein einziger Matsch. Für den Rest des Lebens. Totschlagen käme mir nicht in den Sinn, nur das Lügenmaul aus der Welt schaffen. Wie ein Knüppel aus dem Sack. Aber es kam kein Knüppel der diesem Monster übers Maul fuhr. Da war kein Mensch und da war auch kein Gott. Ich war allein und ich war diesem Monster ausgeliefert. Von da an hatte ich keine Lust mehr in der Schule auch nur einen Finger zu rühren. Was ich auch bis zum Ende der Schule tat. Ich mogelte mich durch und tat nur das allernötigste um nicht sitzen zu bleiben. Ich begann die Welt zu hassen. Die Eltern, die ganze Welt. Ich traute keinem mehr. Als ich dreizehn war, explodierte vor meinen Augen eine Platzpatrone. Volltreffer. Ein Splitter davon mitten in die Pupille des linken Auges. Hornhaut kaputt, Linse kaputt. Der Splitter wurde entfernt und seither habe ich eine Narbe mitten durch die Pupille. Blind. Das Auge selbst ist dahinter noch intakt. Ich sehe noch Hell und Dunkel und ziemlich verschwommen vage Konturen. Aber ich könnte nicht einmal damit laufen. Blind. Wie ein Fotoapparat ohne Linse. Alles was ich sehe ist Matsch. Bildrauschen eines Fernsehers ohne Signal. Ich war dreizehn. Sechs Wochen Krankenhaus und ein bisschen Schonung und das wars. Mein Vater strengte einen Prozess an gegen den Verkäufer der Munition. Nach jahrelangem hin und her wurde er in letzter Instanz zu einer Geldstrafe von 2000 Mark verurteilt. Als er das Urteil hörte, begann er zu Weinen und Jammern. Sein ganzes Leben lang sei er ein anständiger Mensch gewesen und jetzt das. Meine Gefühle waren gemischt. Ich hatte diese ganze Tortur, immer wieder neue Gerichtstermine, immer wieder dieselbe Geschichte erzählen und immer wieder derselbe Ausgang. Mir nutzte die ganze Scheiße nicht das Geringste. Wie es mir ging interessierte auch niemand. Ich war alleine. Ich schloss mich immer mehr ab. Zuerst das Desaster mit der Schule, dann der Volltreffer ins Auge. Da war nichts mehr. Ich war ein Bündel widerspenstiger Angst. Zuhause folgte ich, und schwieg. Ich trieb das Schweigen auf die Spitze. Was blieb mir auch anderes übrig. Ich war ihnen Ausgeliefert. Und ich war dem geistigen Dreck ausgeliefert den sie ständig absonderten. 1968 war ich sechzehn. Ich kriegte von all dem was damals vorging so gut wie nichts mit. Die ganze Zeit ging an mir vorbei. Der ganze Aufbruch, die Hippizeit, die Musik, Beatles, Stones und was auch immer berührten mich nicht wirklich. Ich hatte keine Platten. Ich hatte kein Ich. Ergo wusste ich nicht im Geringsten was ich wollte. Ich hatte nichts zu wollen, das hatte ich gelernt. Es Herrschte der Herr im Haus und das mit aller Lautstärke die möglich war. Er konnte den ganzen Ort zusammenschreien. „Ihr Säue, ich stech euch ab“. Es ist nicht vorstellbar, man muss es erlebt haben um es Glauben zu können. Meine Mutter schwieg. Sie war das leibhaftig gewordene Schweigen. Sie Schwieg und beherrschte die Geschichte aus dem Hintergrund. Sie hatte ihn in der Hand. Er durfte nur wenn sie das wollte. Sie hatte die Fotze und damit die Macht. Er war in dieser Ehe gefangen wie in einem Zuchthaus und das bekamen wir alle zu spüren. Er hatte keine Eier in der Hose um das Drama zu beenden. Im Grund war er Kastriert. Er hatte sich selbst Kastriert. Abgefunden mit einer Rolle die nicht die Seine war und gegen die er nicht ankam. Wie ich schon schrieb, er hat nie auch nur ein Buch gelesen um seinen Horizont zu erweitern oder mal etwas anderes zu erleben. Er war in seiner Welt gefangen. Sie nicht weniger, nur hatte sie die Macht über sein Schwänzchen. Im Grunde folgte er seiner Mutter. Er ist nie erwachsen geworden, war zeitlebens nur ein motziges, rebellierendes Kind. Zu einer offenen Revolution war er nicht fähig. Dazu waren sie alle nicht fähig. Sie waren williges Vieh in einem Viehstall den sie Kultur nennen. Ein bisschen Gemotze hier und da aber mehr auch nicht. Sobald ans Eingemachte ging, zogen knickten sie ein und schrumpften zusammen zu einem winselnden Nichts. Viele sagen der Krieg hat diese Generation geprägt. Mein Vater war 1928 Geboren, zum Kriegsende war er gerade 18 Jahre alt. Das einzige was ich weiß, er war irgendwo im Osten noch in den Krieg geschickt worden und hatte den Zusammenbruch hautnah erlebt. Fast noch selbst ein Kind. Aber es wurde nie darüber geredet. Die Vergangenheit gab es nicht. Oder nur insofern, als seine Mutter, die Großeltern meines Vaters, ständig von ihrem verlorenen Sohn jammerte, ein älterer Bruder, der aus dem Krieg nicht zurück kam. Er bestimmte ihr Denken. Ich mochte diese Frau nie leiden. Auch den Großvater nicht. Die ersten Jahre hatte ich sie kaum gesehen, bis wir dann in ihr Haus und einen Anbau zogen. Er war noch ein Tagelöhner, wie es sie damals wohl noch oft gab. Er arbeitete in einem Nachbarort bei Rowenta in der Fabrikation. Sie war Hausfrau, wie das damals üblich war. Es gab noch zwei Söhne. Meine Onkel. Aber auch zu denen hatte ich wenig Kontakt. Es war keine Familie die sich gern getroffen hat. Da gab es nur die offiziellen Begegnungen zu den Geburtstagen, Taufen oder zur Kommunion der Kinder. Was für ein Leben. Es war kein Leben, es war schon der Tod zu Lebzeiten. Sie waren in sich begraben ohne jede Lebendigkeit. Keine Musik, keine Bücher, Nichts.

Bei den Böhmerwäldlern war es ein wenig anders, sie konnten wenigstens Feiern. Dann gab es großes Essen und es wurden alte Lieder gesungen. Die Hessen konnten das nicht. Sie konnten nur besoffen grölen. Aber Heimat war diesen Kleinbauern etwas Fremdes. Sie waren Vieh in einem großen Viehstall. Hundert Jahre vorher waren sie noch Leibeigene ohne jeden Willen. Und die meisten waren willige Leibeigene, willige Sklaven. Über Generationen gezüchtetes williges Menschenvieh. Sie zogen willig in die Kriege und sie ließen sich willig abschlachten, eben wie Vieh ohne Selbst.

Nachtrag

Ohne Murren trotteten sie zum Schlachten. Die Juden taten es ihnen nach. Sie waren nicht anders. Schlächter und Geschlachtete. Williges Vieh. Beide gehorchten sie Befehlen und ergaben sich in ihr Schicksal. Die Überlebenden der Sonderkommandos gebrauchten die Gleichen Rechtfertigungen wie ihre Schlächter. Sie waren gezwungene, sie waren ausgelieferte. Es blieb ihnen keine Wahl. Sie hatten denselben Glauben. Sie hatten denselben Gott. Der Gott der Bibel. Sie lebten in derselben Gedankenwelt. Sie waren williges Vieh ihres Gottes und ihrer Priester. Wie ein Priester fühlte sich Hitler von Gott berufen sie ins Paradies zu führen. Das Einzige was kam war der Tod, für Beide.

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Der Anfang 2

Der Anfang 2

Was hatte ich von meiner Kindheit? Ich hatte keine Kindheit. Punkt. Ich hatte auch keine Jugend. Punkt. Kaum war die Hochzeit vorbei wurde ich geboren. Das Haus in dem wir Wohnten steht schon lange nicht mehr. Heute ist dort ein Parkplatz. Ein zweistöckiges Gebäude mit einer großen überbauten Einfahrt. Darüber wohnten wir. Davor die Straße, dahinter ein umbauter Hof. Das einzige Klo war auf dem Hof, direkt neben dem Misthaufen. Ich habe nicht viel Erinnerung an diese Zeit. Bruchstücke. Im Sommer stand im Hof ein Laufstall mit Holzstäben, darin ich. Meine Mutter arbeitete in einer Lederwarenfabrik. Mein Vater war Dreher. Beide arbeiteten, versorgt wurde ich von der Großmutter. Die Eltern meiner Mutter waren Flüchtlinge aus dem Böhmerwald. Sie waren mit drei ihrer vier Töchter im Dorf eingewiesen worden wie Millionen andere. 1952, der Krieg war noch nicht lange vorbei. Ich ahnte davon nichts. Mit im Haus die Großeltern und noch eine Schwester meiner Mutter. Die dritte Schwester lebte mit Mann und Kind in einem ehemaligen Backhaus des Ortes. Dieser Onkel hatte einen an und Verkaufsladen in Offenbach und er hatte ein Auto mit dem er jeden Tag in die Stadt fuhr. Manchmal durfte ich später mitfahren. Es gab ein Hallenbad nicht weit weg. Ich kann mich erinnern, dass ich mich nicht alleine hinein traute. Voller Angst strich ich die ganze Zeit durch die Straßen. Ich weiß nicht mehr wie alt ich war. Angst war schon damals ein Thema. Ich hatte Angst vor anderen Menschen. Ich hatte Angst in einen Laden zu gehen. Ich war ein schüchternes Kind, ein Mamakind. Ich traute mir nichts zu, hatte kein Selbstvertrauen, kein Selbstbewusstsein. Später sagte ich, ich hatte kein Ich.

Meine Großmutter hatte ein offenes Bein. Jeden Tag konnte ich sie dabei beobachten wie sie den Verband wechselte und das blanke blauschimmernde, teils verschorfte, blanke Fleisch zum Vorschein kam. In der Mitte ein Krater, ein Loch bis auf den Knochen des Schienbeins. Die ständig austretende Lymphe bildete einen Schorfrand um die Wunde. Sie hat viele Jahre mit diesem Leiden zugebracht. Bis es irgendwann gelang die Wunde zu Heilen. Meine Großmutter versorgte mich den Tag über. Irgendwann kam ich in den Kindergarten, von katholischen Nonnen geführt. Sie wohnten in einem Haus neben dem Kindergarten. Eine Manie meiner Großmutter war das Fläschchen, das sie mir jeden Tag machte. Ich erinnere mich, dass ich dieses Fläschchen noch bekam als ich schon in die Schule ging. Vielleicht war es auch zum Ende der Kindergartenzeit. Jedenfalls brachte ich zwei Jungs mit und meine Großmutter bestand darauf, dass ich das Fläschchen trank. Dazu musste ich mich auf das Sofa legen und es leer nuckeln wie ein Säugling. Die zwei Jungs machten sich natürlich lustig über mich. Das war nicht schön. Ich habe lange gebraucht um zu begreifen was diese Frau, meine Großmutter, mit mir angerichtet hat. Ich war ihr ausgeliefert. Sie wollte immer, dass ich Pfarrer werde. Das habe ich damals nicht begriffen, im Nachhinein ist natürlich klar, ich war ein Kind der Sünde. Das Wichsprodukt einer Laune um es mit meinen Worten auszudrücken. Sie war eine große, schweigsame Frau. Sie las mit großem Vergnügen bis ins hohe Alter jeden  Tag Groschenromane. Western, Liebesromane, was auch immer. So kenne ich sie. Am Küchentisch sitzend und ein Heftchen in der Hand. Sie war katholisch und ging fast täglich früh in die Kirche. Im Hochamt, sonntags sah ich sie allerdings nie. In der Zeit, als ich in die Schule kam, zogen wir um in das Haus der anderen Großeltern. Die hatte ich bis dahin kaum gesehen und ich mochte sie nicht besonders. Es war eine fremde Welt in die ich da kam. Es waren Hessen und ich war mit Böhmisch aufgewachsen, das war meine Muttersprache. Die ganze Familie redete Böhmisch, Österreichisch. Mit anderen kam ich wenig in Kontakt. Sie waren unter sich, das hat sich, zumindest bei meiner Mutter nie geändert. Auch meine Großeltern waren Fremde im Dorf. Es gab noch ein oder zwei andere Familien aus der Gegend, zu denen gab es mehr Kontakt als zu den Einheimischen. Mein Großvater war Zimmermann. In Böhmen hatte besaßen sie bis zur Vertreibung einen großen Bauernhof, davon erzählte er mir oft. Geschichten die weit weg waren von meiner Realität. Ich war oft bei meinen Großeltern. Auch später noch, als sie in ein eigenes Haus gezogen waren. Als ich fast neun war, wurde mein Bruder geboren. Noch sechs Jahre Später meine Schwester. Meine Mutter war 39, für die damalige Zeit ein hohes Alter für ein Kind. Ich mochte meine Mutter nicht mit ihrem dicken Bauch. Sie hatte einen Ledermantel der unglaublich über ihrem Bauch spannte, es sah zu Kotzen aus. Ich konnte mit meinen Geschwistern nicht viel anfangen. Es war eine graue Zeit. Der Umzug in eine fremde Umgebung, in eine neue Welt mit neuen Menschen die ich nicht mochte, die mich auch nicht mochten, da bin ich mir heute sicher. Es gab keine Beziehung zwischen uns. Ich hatte keine Beziehungen die auf Sympathie, auf Liebe gründeten. Ich war das ungewollte Kind. Ich war schuld, dass mein Eltern heiraten mussten. Das sagte zwar niemand, aber es lag in der Luft. Das wusste ich natürlich damals noch nicht. Erst viele Jahre Später fand ich heraus, dass meine Mutter schon lange Schwanger war als sie heirateten. Es wurde auch nicht darüber geredet. Es wurde ohnehin nicht viel geredet. In der Beziehung meiner Eltern habe ich gesehen wie man es nicht machen sollte. Das war zwar eine Ehe auf dem Papier, aber die beiden liebten sich nicht einen Tag, nicht eine Stunde, wahrscheinlich nicht eine Sekunde in ihrem Leben. Das konnte jeder sehen, das konnte jeder beobachten. Ich hatte keine Ahnung. Woher auch. Ich hatte keine Vorstellung was um mich herum geschah. Es war eine Scheinwelt, eine Wahnwelt. Sie spielten Familie. Der Gipfel waren dann die anderen Kinder. Sie wurden ganz bewusst gezeugt. Sie waren Wunschkinder. Wunschkinder meiner habgierigen Mutter. Sie hatte sonst nichts und die einzige Fähigkeit die sie hatte nutzte sie hemmungslos aus. Sie war nicht fähig zu Liebe. Sie war ein Monster ohne jede Moral und Gewissen. Sie war das was ich heute eine willige Menschenzuchtsau nenne. So wie andere, die vielleicht noch einen Lebendigkeit in sich haben, und sich nur einen Hund oder eine Katze anschaffen, so hat sie sich dieses Kreatur zwei Kinder beschafft. Mein Vater war dabei ihr williger Handlanger. Er war ihr Knecht. Er hatte die Kurve nicht gekriegt. Er war gefangen in einer Ehe, die er nicht gewollte hatte, in die er gezwungen wurde durch eine perverse Kultur, durch einen perversen Glauben. Nicht einen Tag in den zwanzig Jahren die ich mit ihnen verbringen musste erlebte ich eine zärtliche Geste zwischen den Beiden ein liebes Wort, nichts. Was ich von Anfang an erlebte war Hass, Hass und nochmal Hass. Jeden Tag hörte ich sein Geschrei, seine Wut, seine Hassanfälle. Jeden Tag erlebte ich die Niedertracht zwischen den Beiden. Wobei meine Mutter die mit Abstand perversere war. Sie war eine Sadistin, ein Monster wie ich schon sagte, ein Monster ohne Moral und Gewissen. Woher auch, sie war nicht Empathiefähig, sie kannte keine Liebe. Sie war mit Leib und Seele eine deutsche, katholische Zuchtsau. An ihrem Sadismus, ihrer Habgier, an ihrer Niedertracht hat sich bis heute nichts geändert.

Als ich in die Schule kam, hatte ich erhebliche Schwierigkeiten. Ich war sehr ängstlich. Schüchtern würde man sagen. Das hatte natürlich Gründe. Zuhause galt die Regel nur nicht auffallen. Ich entwickelte autistische Züge und zog mich in mich zurück. Draußen war nichts, mein Leben konnte nur in mir stattfinden. Ich hatte keine Mutter, ich hatte keinen Vater und ich hatte keine Freunde. Ich kannte keine Liebe. Da war niemand, ich war alleine. Es gab einmal einen kleinen Lichtblick, ich war vielleicht drei oder vier Jahre alt. Da wurde vor unserm Haus ein neuer Kanal verlegt. Die Straße war gesperrt und in der Mitte aufgebaggert. Ich konnte das vom Fenster aus beobachten. Der Mann auf dem Bagger arbeitete direkt vor meinem Fenster. So entstand eine echte sympathische Beziehung. Ich durfte auf den Bagger. Ich erinnere mich noch, dass ich eine Banane geschenkt bekam. Ich weiß nicht ob das mehr als ein Tag war, ich habe es jedenfalls nie vergessen, es war eine andere Welt, die ich da kennenlernte. Ich hatte einen Freund gefunden. Für ein paar Stunden für ein paar Tage. Dann war nichts mehr. Ich kann mich an keine ähnliche Beziehung während meiner ganzen Kindheit und Jugend mehr erinnern. Da waren keine sympathischen Beziehungen, da war keine Liebe. In der Schule hatte ich Schwierigkeiten. Ich war zwar hochintelligent wie sich viel später herausstellte, aber ich konnte meine ganzen Fähigkeiten nicht ausleben. Als wir anfingen Lesen und Schreiben zu lernen. Bekamen wir Aufgaben mit nach Hause. Ich jammerte solange, bis meine Mutter den Griffel in die Hand nahm und die Tafel beschrieb. Dabei versuchte sie ihre Handschrift zu verstellen. Was natürlich nicht gelang. Die Lehrerin bemerkte den Betrug und stellte mich vor der ganzen Klasse bloß. Das war wohl gleich in der ersten Klasse. Was hatte ich von einer solchen Mutter zu erwarten? Sie war ein Monster. Meine ganze Angst kam von ihr und meinem Vater. Ich hatte keine Eltern. Sie scherten sich einen Dreck um mich. Das Einzige was sie interessierte war wie sie dastanden. Sie wollten gute, brave Menschen, oder Tiere sein wie ich es heute sagen würde. Sie waren selbst Züchtungen, Wichsprodukte des Geistes. Liebe kannten sie nicht. Sie waren williges Vieh. Ihr Selbst kam nur in ihrem Hass zum Ausdruck. Mein Vater war nicht in der Lage das Drama zu beenden. Er konnte nicht einfach gehen und sagen, sorry, es war ein Fehler, ich hätte das nicht tun sollen. Das Kind ist zwar auch mein Kind, aber ich liebe es nicht und ich liebe die Frau nicht die ich gefickt habe und ich habe sie nie geliebt. Ich habe sie gefickt, weil sie stillgehalten hat und sonst war da nichts und es wird auch nie etwas sein. Und dann hätte er gehen sollen. Das wäre ehrlich gewesen und verständlich und es wäre ein menschliches Miteinander möglich gewesen. So blieb er sein Leben lang an die willige Zuchtsau gebunden und hoffte sein Leben lang darauf, dass irgendwann die ersehnte Liebe doch noch auftaucht. Er hat sich getäuscht und sich um sein eigenes Leben betrogen. Sie gab ihm dann den Rest. An Weihnachten 2001 hat sie ihm mit ihrem Sadismus einen solchen Stich ins Herz verpasst, dass er nur noch ein paar Wochen überlebte. Ich war dabei. Und ich nenne sie eine perverse, sadistische Mörderin, ein Monster ohne jede Moral und Gewissen. Sie kannte keine Grenzen, sie kannte kein Selbst, sie kannte kein Ich. Das kannte sie bei sich nicht und das kannte sie bei anderen nicht. Sie war zeitlebens ein williges Vieh. Menschenvieh. Und ich habe diese Frau gehasst, von Anfang an. Das ist mir auch erst viel später klar geworden. Es ist nicht üblich, dass ein Kind seine Mutter hasst, das ist unnatürlich und es ist nicht zu verstehen. Es wiederspricht allen Erfahrungen. Es musste erst eine grundlegende Erkenntnis diese Erfahrung verständlich machen.

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Der Anfang 1

Der Anfang 1

Es war kein besonderes Leben, es war mein Leben.

Ich wurde am 18 November 1952 geboren. Zurückgerechnet, bedeutet das, ich wurde am Rosenmontag 1952 gezeugt, 266 Tage vorher. Das sagt schon viel über meine Zeugungsumstände. Ich war kein Kind der Liebe, ich war ein Kind des Augenblicks. Beflügelt durch eine gehörige Portion Alkohol. Ich wollte gar nicht wissen wo, in welcher dunklen Ecke, die Aktion stattgefunden hat. Nun, ich war auf einmal da. Kam über sie wie das Richtschwert des Schicksals. Vor einiger Zeit kam mir in den Sinn, meine Mutter zu fragen, was sie gefühlt und gedacht hat als ich gezeugt wurde. Auf diese Idee kam ich noch bevor ich die Zeit um den Rosenmontag als Zeugungszeitraum erkannt hatte. Die Antwort meiner Mutter fiel mir ganz Spontan ein: „Ich habe stillgehalten“.

Mein Vater ist tot. Ich kann ihn nicht mehr fragen. Ich habe auch noch nicht versucht ihn im Geiste zu fragen, vielleicht habe ich es auch vergessen, weil mir die Antwort nicht gefiel. Jeder kann diese Frage an seine Eltern stellen und jeder kennt die Antwort, er trägt sie in sich. Wir sind die Antwort. Nun, jedenfalls spielte Liebe keine Rolle in der Vereinigung der Beiden. Das Weitere war durch die Kultur vorbestimmt. Sie waren Katholisch und sie lebten in einer Katholischen Welt, da gab es nur einen Weg. Sie mussten ihr Missgeschick legalisieren. Ein williger Priester segnete diese Scheinehe. Er soll verflucht sein samt allen Päpsten und allen anderen willigen Handlangern des Gotteswahns. Was für eine lächerliche Farce ist eine solche Hochzeit mit einer Hochschwangeren. Die Ehe war ein Hirngespinst von Anfang an. An einem tristen 18 November 1952 wurde ich geboren. Es war eine Wahnwelt von Anfang an, aber das wusste ich damals natürlich noch nicht.

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Apokalypse

Die Apokalypse hat schon begonnen.

Die gesamte Erdoberfläche beträgt 510000000 Quadratkilometer. Davon ist Landfläche ca. 15000000 Quadratkilometer. Derzeit leben etwa 7000000000, 7 MRD Menschen auf diesem Planeten. Das sind je Quadratkilometer Landfläche 46,67 Menschen. Bei 7,5 MRD, die wir in wenigen Jahren erreicht haben werden müssen dann 50 Menschen auf einem Quadratkilometer ausharren. Für den einzelnen Menschen ist das eine Fläche von 20000 Quadratmetern. Eine Fläche von 141 x 141 Meter. Das ist Stand der Dinge im Jahre 2014.

Vor etwa 10000 Jahren, zu Beginn der Lebenswende des Menschen, lebten 1 Million, vielleicht auch 5 Millionen Menschen auf diesem Planeten. Für den einzelnen Menschen damals stand eine Fläche von 30 bis 150 Quadratkilometer zur Verfügung. 30 000 000 bis 150 000 000 Quadratmeter. Für jeden Einzelnen eine Fläche von mindestens 5,5 Kilometer, bis über 12 Kilometer im Quadrat. Da die Menschen in Gruppen zusammenlebten die bis zu 150 Personen umfassten, hatte eine solche Gruppen einen Lebensraum zwischen 800 und 1800 Quadratkilometern zur Verfügung. Ein Gebiet von 28 bis 42 Kilometern in Quadrat. Die Wahrscheinlichkeit zufällig auf einen Nachbarn zu treffen war äußerst gering. Die Menschen hatten Lebensraum satt. Und nicht nur die Menschen sondern auch eine heute unvorstellbare Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Von einer Lebensfläche von mindestens 5500 x 5500 Metern zu einem Acker von 141 x 141 Metern. Das ist der Fortschritt. Und er ist noch nicht zu Ende. Die Weltbevölkerung steigt immer noch ständig an. Wir haben den Gipfel noch nicht erreicht und es stellt sich die Frage ob wir den Gipfel je auf natürliche Weise erreichen werden und Einsicht die Menschen dazu bringt von weiterer, hemmungsloser Vermehrung abzusehen, oder ob es zu einem Kollaps unvorstellbaren Ausmaßes kommt, bei dem Milliarden Menschen elendig verhungern werden. Es liegt an uns, wir haben die Wahl.

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Wahn und Wirklichkeit

Psychopaten und Philosophen haben etwas gemeinsam, sie Denken die Welt. Sie stülpen Worte über sie und glauben an die phantasierte Wirklichkeit.

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