Das Haustier – Teil 1

Seit etwa zehntausend Jahren, gibt es zwei Arten von Tieren auf diesem Planeten. Es gibt Wilde Tiere und es gibt Haustiere. Zweifellos stammen alle Haustiere von Wilden Tieren ab.

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Wenn so ein Haustier, zum Beispiel ein Pudel, auf die Idee käme und nach seinen Vorfahren zu forschen, würde er leicht den Wolf als seinen Urahnen ermitteln können. Die Ähnlichkeit mit seinem Vorfahren wäre allerdings nur noch Marginal sichtbar. Auch sein Verhalten ist weit von seinem Vorfahren entfernt. Wenn ein Mensch auf die Idee käme und nach seinem Urahnen forschte, fände er zweifellos den Cro-Magnon Menschen als seinen direkten Vorfahren. Die Ähnlichkeit wäre viel deutlicher als beim Pudel gegenüber dem Wolf sichtbar. Abgesehen von Äußerlichkeiten, wie Fettleibigkeit, natürlich nicht bei allen und eine hellere Hautfarbe, ebenfalls nicht bei allen, wären die Unterschiede kaum wahrnehmbar. Der große Unterschied fällt dann allerdings beim Verhalten auf. Der Cro-Magnon war frei und konnte sich vollkommen frei auf dem ganzen Planeten ausbreiten, was er ja auch tat, wie wir alle wissen. Er war ein Sammler von Nahrung. Früchte, Beeren und sehr sehr selten auch manchmal Bären. Pflanzen waren seine Grundnahrung. Wasser trank er wie heute. Da hat sich gar nichts geändert. Abgesehen davon, dass das meiste Wasser inzwischen erbärmlich verdreckt ist und ohne riesigen Filteraufwand überhaupt nicht mehr zu genießen ist. Das war vor fünftausend Jahren und bis auf ein paar kleine unwesentliche Dreckfinkenkulturen noch ganz anders. Wasser war sauber. Nur wo sich Haufen von Haustieren bildeten verdreckte das Wasser und die Natur im Allgemeinen sehr schnell. Umso mehr Menschen zusammen wohnten, umso allgegenwärtiger war die Scheiße. Aller Haustiere, einschließlich der verhaustierten Menschen. Vor zehntausend Jahren wurde der Mensch unzweifelhaft zu einem Haustier. Er wurde Sesshaft, er wurde Zivilisiert. Das geschah nicht etwa durch einen fremde Macht, die aus einer fernen Galaxie auf diesem Planeten landete und mit der Versklavung allen Lebens begann und Tiere zu willigen und gehorsamen Haustieren verzüchtete. Nein, es war der Mensch selbst. Der Mensch wurde zu seinem eigenen Sklavenhalter und Haustier. Wobei die Einen mehr Haustiere waren als die Anderen. Das war von Anfang an so. Das trennte die Menschen in Herr und Hund, im wahrsten Sinne des Wortes. Man könnte auch sagen in Vater und Kinder. Denn der Beginn der Sesshaftwerdung war auch jener Augenblick in dem durch eine revolutionäre Erkenntnis alles anders wurde und der Teufel das Zepter in die Hand des Menschen legte. Adam wurde willig und gehorsam. Eva sowieso. Sie hatte das ganze Drama ja angeleiert. Mit ihrem Griff nach dem Baum des Lebens. Die Frucht die sie Adam reichte, hat ihm gut geschmeckt. Er zehrt heute noch davon. Fortan waren die Menschen Sesshaft und zogen ins feste Haus. Mit ihnen die gefangenen anderen Tiere. Gemeinsam wurden sie zu willigen, gehorsamen Haustieren. Wohin das geführt hat sehen wir heute ganz deutlich am Pudel. Vom Wolf keine Spur mehr. Brav und gehorsam lässt er sich an der Leine spazieren führen. Wobei, wenn wir den Blickwinkel nur ein wenig ändern, dann sehen wir, dass der Herr im Haus, eigentlich der Pudel ist. Und das willige Herrchen, vollkommen ungezwungen, die Leine selbst ergreift und braver Weise auch Scheißbeutelchen und Handschuhe nicht vergisst. Das willige Herrchen, nicht selten auch eine Herrin, läuft dem ausgehfreudigen Hundchen hinterher und sammelt seine stinkenden, mehr oder weniger festen, Hinterlassenschaften ein. Offensichtlicher kann es nicht sein. Das Herrchen ist der willige, gehorsame Handlanger des Pudels geworden. Auch Pekinesen, Pinscher, Dobermänner oder auch schon mal ein Schäferhund, Boxer oder eine der anderen 300 Rassen, die den gemeinsamen Vorfahren Wolf haben führen Herrchen und Frauchen an der Leine spazieren. Aus dem einst frei über den Planeten wandernden Wolf wurde ein Herrenhund, der sein Herrchen und Frauchen an der Nase, Verzeihung Leine herumführt. Wie weit ist es gekommen mit dem Cro-Magnon. Wenn sie das wüssten, die Ahnen, sie würden sich allesamt mehr als einmal im Grabe herum drehen. Nein, sie würden fassungslos rotieren, aufsteigen wie Dracula und andere toten Geister und Tabula Rasa machen. Den Planeten Reinigen. Das Leben wieder befreien von den offensichtlich außerirdischen Aliens. Das hatten sie nicht gewollt. Was für ein Drama. Nichts aber auch nichts, möchte doch ein Wolf mit einem Pekinesen gemein haben. Nichts. Fressen wäre keine schlechte Lösung. Es wäre tatsächlich an der Zeit, dass sich Wölfe auf ihr Wolf sein besinnen und endlich anfangen den Planeten von Mutationen und Missgeburten zu befreien. Wie allseits bekannt, werden Haustiere als Futter gezüchtet. Sie sind von der Zeugung an für die Schlachtbank bestimmt. Oder auch für das Schlachtfeld, da ist kein prinzipieller Unterschied. Bei der ganzen erträumten Geschichte, gibt es nur ein kleines Problem, Wölfe haben kein Bewusstsein. Sie sehen nicht was angerichtet wurde, was aus dem gemeinsamen Vorfahren gemacht wurde. Sie sind in ihrer Evolutionären Entwicklung noch nicht so weit fortgeschritten. Der Mensch, der ist da weiter. Zumindest könnte er das, der könnte es wissen. Aber er scheut die Erkenntnis, noch.

Was soll ein Pudel denken, dem plötzlich bewusst wird was seine Vorfahren waren, was er einmal war und hätte sein können, was er aber niemals wieder sein kann. Aus einem Pudel wird kein Wolf mehr. Aus einem Pekinesen natürlich auch nicht und aus den anderen 300 Hunderassen natürlich auch nicht. Es gibt keinen Weg zurück. Es gibt keine Evolution rückwärts.

Ich glaube das wird auch den verhaustierten Mensch klar. Ich bin nicht sicher. Eine offene Frage ist dabei auch, ob das Haustier Mensch noch genug Gehirn hat, die unverzüchtete Wahrheit zu erkennen. Wir wissen von allen Hunden, dass ihr Gehirn dramatisch geschrumpft ist. Teilweise haben Hunde nur noch die Hälfte des Gehirnvolumens ihrer Wolfsvorfahren. Diese Gehirnschrumpfung ist bei allen Haustieren deutlich sichtbar. Warum sollte das gerade beim Menschen anders sein? Es gib keinen Grund in diese Richtung zu Denken. Es gibt auch beim Menschenhaustier deutliche, wägbare Anzeichen von Substanzverlusten am Gehirn. Das lässt dann auch vermuten, dass das Haustier Mensch gar nicht mehr in der Lage ist die Wirklichkeit zu erfassen. Dass er wie alle anderen Haustiere mittlerweile in einer Wahnwelt lebt, die von der Wirklichkeit so entfernt ist, wie das Nichts vom Sein. Wer soll also das Haustier Mensch erlösen machen? Wer soll ihm klar machen, dass er geschlachtet werden soll und wird. Für das Haustier gibt es keine Chance auf das ewige Leben. Und wer soll sie alle Schlachten? Und wohin mit all dem biologischen Haustierdreck. Wer soll das alles Fressen. Soviel Raubtiere gibt es gar nicht. Und wenn, dann wären sie zuerst alle Überfressen nur um dann elend zu Verhungern weil keine Haustiere zum Fressen mehr da sind. Es gibt nur eine Lösung, das Haustier muss von innen her vernichtet werden. Ein Virus muss her. Eine Überbakterie. Denn Rest erledigen dann die Maden und Würmer. Aber wo soll der herkommen? Wächst der von selbst schon irgendwo heran? Oder braucht es nur noch eine Zeit bis die Scheiße wieder so hoch steht, dass ein paar alte Bekannte, wieder auferstehen und wie die Pest, sich auf einem Selbst geschissenen Nährboden auszubreiten, wie ein Krebsgeschwür, das alles Leben aufsaugt um dann, am natürlichen Ende aller Wachstumsfanatiker, gemeinsam mit dem willigen, gehorsamen Wirt den Hungertod zu sterben.

Das willige und gehorsame Haustier hat uns den Hunger und das Verhungern gebracht. Das ist der Preis, den wir bezahlen müssen. Der Fortschritt entpuppt sich als Rückschritt. Aus der vermeintlichen Evolution wird Hausgemachte Deevolution. Aus dem Paradies in die Hölle. Die Geschichte kennen wir. Wir leben immer noch darin. Wir haben sie selbst geschaffen.

Die Hölle hat einen Namen: Zivilisation! Alle Zivilisation gründet auf Ausbeutung.

Es gibt einen einfachen Weg das Haustier auszurotten und all sein Zivilisationsgeschwätz als Lügen zu entlarven, wir müssen nur aufhören uns willig und gehorsam Ausbeuten zu lassen. Wir müssen nur aufhören willige gehorsame Haustiere zu sein.

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