Athen Reise II Hinflug

Athen Reise II

Abflug nach Athen

Diesmal ist alles einfacher. Mein Flieger geht erst um 10.40 Uhr ab Flughafen Hahn. Ich muss nicht mehr um Drei Uhr in der Nacht mit dem Taxi nach Mainz fahren, weil kein Bus und keine Bahn um diese Zeit Verkehrt. Das Taxi kostet 25 Euro. Mein Flug nach Athen kostet 23 Euro und 98 Cent. Dazu kommt die Fahrt mit dem Bus zum Flughafen. Nochmal 13 Euro. Gepäck über das erlaubte Handgepäck von Zehn Kilo hinaus kostet extra und ist teurer als der Flug. Gut. Diesmal also ohne Taxi. Der Bus nach Mainz fährt um 6 Uhr. Die Haltestelle ist nur Hundert Meter von meiner Wohnung entfernt. Ich gehe ein paar Minuten früher los, es ist Sonntag. Der Bus könnte eine Minute früher da sein und ich sitze wieder im Taxi. Ich bin viel zu früh. Für hundert Meter Fussweg Zehn Minuten war zu viel. Ich warte. Es ist Kühl aber nicht mehr so kalt und bald sitze ich ja wieder im warmen. Richtige Dicke Sachen habe ich auch nicht mehr dabei. In Athen erwarten mich fast 30 Grad. Dann kommt der Bus. Ich bewege mich mit Tasche und Koffer zur großen Mitteltür. Vorne steigt noch eine Frau ein, die mit zusammen auf den Bus gewartet hat. Die Tür geht nicht auf. Sie ist schon im Bus verschwunden. Ich greife mein Gepäck und mache mich auf den Weg zur Vorderen Tür. „Geht die Tür nicht auf“ frage ich? „Fahrkarte“ ruft es mir entgegen. Fahrkarte. Ja ich habe auch eine Fahrkarte, sage ich. Dann steige ich ein, der Bus ist gut besetzt, trotz früher Uhrzeit und Sonntag Morgen. Ich schufte mein Gepäck durch den Gang. Der Busfahrer wartet immer noch. Wahrscheinlich damit ich nicht hinfalle, während er anfährt. Ich krame meine Fahrkarte aus der Tasche und gehe Richtung Busfahrer und zeige sie ihm. Ich suche einen Automaten an dem ich den Papierschnipsel mit Datum versehen kann. Beim Busfahrer sind keine mehr. Der ganze Bus beobachtet mich. Heimlich. Mit starrem, nach vorn gerichteten Blick. Sie vermeiden jeden Augenkontakt. Etwas weiter weg sitzt ein tztz Kopfschüttler. Er schüttelt nur mit dem Kopf. Wie kann man nur so dumm sein. Ich sehe, so sehr ich mich auch anstrenge kein „was für eine arme Sau und was für gleichgültige Kreaturen werden heute als Busfahrer eingestellt. Sie passen aber gut zum restlichen Inventar, das die harten Bänke besiedelt. Dann fahren wir endlich los. An der nächsten Haltestelle, 300 Meter weiter, stehen wieder zwei Fahrgäste mit Koffern. Diesmal geht die Mitteltür sofort auf. „Geht doch“ sage ich laut und deutlich. Und ernte nur Schweigen. An der nächsten Haltestelle muss ich einmal Umsteigen. Ich weiß warum mich diese Stadt ankotzt. Ich erfahre es immer wieder. Es ist das große Schweigen, das mich hier tagtäglich anstarrt. Die Herzlosigkeit, die Gleichgültigkeit, die Niedertracht und Bösartigkeit selbst in den kleinsten Dingen. Es ist die Eiseskälte die sich in die Herzen der Menschen eingenistet hat und alles natürliche Leben erstickt.

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