The Faktor

The Faktor

„Am Anfang war das Wort“  Entstanden 1989 – 1990

Veröffentlicht im Selbstverlag 1998

Alle Rechte Reiner Sauer

Am Anfang war das Wort

und es ward Lüge.

Erstes Buch

1

Zwischen Nacht und Tag

sind die Träume.

Zwischen Tag und Nacht

muß man sie leben.

2

Die Herzen der Welt

verbunden

Kraft der Idee

und nicht die Ideen

der Welt

Kraft der Herzen.

3

Die Ideen der Welt

verbunden

Kraft der Herzen

und nicht die Herzen

der Welt

Kraft der Ideen.

4

Ich sehe ich sehe ich sehe.

“Ich sehe zu viel” sage ich.

Ah, ich Zaudere

wie bei allem

gibt es nichts Schlimmeres

als einem Irrtum zu erliegen

ihn weitertragen

darf nicht sein.

5

Wenn die Welt keinen Platz hat

für die Dichter

wird es bitter.

Wenn die Welt keinen Platz hat

für die Männer

gibt es Krieg.

Wenn die Welt keinen Platz hat

für die Frauen

gibt es keine Mütter mehr.

Wenn die Welt keinen Platz hat

für die Kinder

stirbt die Welt.

6

Notwendigkeit

Es gibt nichts Schlimmeres als

dem Menschen die Illusionen

zu nehmen.

Es tötet Erbarmungslos.

Eine Mutter mit dem Schwert

in der Hand.

7

Du hast einmal

Vertrauen gehabt,

auf einer Ebene

haben wir

gemeinsam gelacht,

falsche Schlangen

Zwietracht sähten.

Entzweihen.

Herzensliebe tut not.

Irrtümer

die man einblöst.

8

Am Anfang ward

das Licht,

mit ihm die Nacht,

das Dunkel.

Die Schlange teilt

das Bild

und es ward Zwist,

das Dazwischen

wurde Grau

wie unverbindlich.

Die Menschen wurden blind

und sahen einander nicht mehr.

9

Der Weg

ist das Ziel.

Vereint zu Sein.

Zusammen

Wachsen.

bis das die Erde gedeckt ist

von einem Geschlecht,

UNS.

10

Unser aller Name

sei Niemand.

Ich bin ein Niemand

gegen Euch.

Stärker als alle Sonnen.

Ich bin wie Gott

im Nirgendwo

und nur der Teufel

braucht keinen Ort.

Ich bin Neger und

weißer als weiß.

Ich bin das Alles

und das Nichts

vereint,

wo alles seinen Platz

hat und das Nichts.

11

Gebt mir keinen Namen

und ich will für Euch Beten.

Verflucht sei die Taufe

der Pharisäer.

12

Die Engstirnigkeit der

Krämerseelen,

die nach den Haaren

auf dem Kopf

verteilen.

13

Die Schlange teilt

den Weg.

Die falsche Schlange

verbirgt ihn.

14

Mit dem Licht

steht die Zeit.

Werdet

wie das Licht

Ohne Zeit.

15

Vertagung

ist des Teufels

Melodie.

(Arthur Rimbaud)

16

Seht

und ihr Werdet Ernten,

nur das Blinde sucht

am Boden.

Werdet Blind

damit ihr

Sehend

werdet.

17

Hört

und ihr werdet Singen,

nur das Taube horcht

am Boden.

Werdet Stumm

damit ihr

Hörend

Werdet.

18

Was Verbogen

soll man nicht

Richten.

19

Löse den Knoten

der Schlinge.

20

Man  tötet nicht aus

Sinn.

21

Zum Teufel mit dem Papst

und seinen Gesellen,

zum Teufel mit Gott

und seinen Knechten.

Zum Teufel mit der Herrlichkeit

und dem unbestimmten

Geschlecht.

Zum Teufel mit den Göttern

auf Erden.

Gott ist hochdroben

und dort soll er auch bleiben

und ersticken.

Dem Teufel

facht ein Feuer an

im Nirgends,

auf dass er sich

den falschen Schwanz

Verbrenne.

22

Lügen haben

kürzere Beine,

sie treten auf der Stelle.

Stellenweise Glatteis

könnte man sagen.

Wahrheit geht Mächtig,

Schritt für Schritt.

23

Die Reihenfolge

bestimmt

die Richtung!

Immer schneller geht

Rückwärts!

Und niemand hat

bisher

das Gegenteil gewiesen.

24

Das falsche Licht

scheut die Sonne.

Der falsche Ton

steht allein.

Der falsche Sinn

führt in die Irre.

Immer Vorwärts

geht im Kreis herum.

25

Wer keinen Ort findet

stirbt vor der Zeit.

Wer sucht wird finden,

wer will wird ernten,

wer findet ist König.

Wer sich findet ist Selbst

der das Andere findet.

Findet Euch.

Überall.

26

Wölfe im Schafspelz

gibt es genug,

seit kein Lamm.

27

Das Opfer

ist ein Heiliges

und

Ohne

Sinn.

28

Wenn Du gehst

wird ein gar fürchterliches

Vakuum entstehen.

Die Kraft der Gestaltung

erlöschen

wie einer ausgeblasenen

Kerze dunkler Raum.

29

Die Krämerseelen

an den Wörtern kleben

wie Fliegendreck.

30

Die Welt geht unter

und keiner

will es Wissen.

Die Welt ist nicht

die Erde,

aber auch das

wird dir keiner glauben.

31

Man glaubt immer zu Wissen,

weiß aber nicht,

dass Wissen mit dem Glauben

nicht das Geringste

zu tun hat.

Entweder weiß man oder nicht,

oder man glaubt oder nicht.

Sie wissen nicht,

dass der Glaube weiß

und nicht etwa

das Wissen glaubt.

32

Hüte dich vor dem

was dich mit Worten

oder gar mit Händen

halten will.

Beuge dich

dem Willen.

33

Es ist ein ziemlich wertlos Ding,

Messing.

34

Wille braucht keine Worte,

keine Taten,

Wille geschieht.

35

Man muss das beschreiben

was man nicht beschreiben kann,

das ist dann die reine Wahrheit.

36

Mit dem Willen ist es so ein Ding,

wenn man nicht aufpasst

ist er wie eine Zwille,

er kommt zurück.

37

Ich schwöre

ich schwöre,

ich sage die Wahrheit,

der Gestank

muss woanders herkommen.

38

Es wird immer schwieriger

eine gesunde Frau

mit drei Brüsten

zu finden.

39

Eine Erdbeere am Wüstenstrand,

was für ein Bild,

was für ein Traum.

Salziges Meer

umspült

ihre Wurzeln.

41

Sie malen ihre Bilder

als füllten sie

Kreuzworträtsel.

42

Sie leben in den Tag,

statt auf ihm zu Reiten.

Barbaren gleich

ihn Fressen,

bis er wieder entschwunden

und die Nacht sie verschluckt

in diversen Kneipen,

wo kleine Hürchen warten

auf ihre Rente.

43

Die Dummheit der Menschen

ist seit Sokrates

nur noch gestiegen.

Du Dummkopf

du hättest Ihnen

das Gift reichen sollen.

Die himmlische Ruhe

währe der Lohn.

44

Und auf einmal

stehst du dir gegenüber,

grenzenlos,

unaufhaltsam,

es kommt immer dahin.

Schnell noch das Nötigste eingepackt,

der nächste Zug

nach Süden.

Verbrennen.

45

Mehr Werden

heißt nicht unbedingt,

dass es noch mehr Dummköpfe

braucht um etwas zu verändern,

es fliegen schon

genug Steine.

46

Dumpfe Masse hat

meist wenig Hirn,

jeder weiß das.

Erst das vielfältige Orchester

bringt die ganze Fülle der Musik,

das Andere sind

ohrenbetäubende

Fanfarenklänge,

grauslich.

47

Die Welt der Dinge

Sein

ist mir verhasst.

Oh prasset nur.

Ich

will nur Leben,

Lachen, Müde sein,

mein Stern

mein Goldesmund

bist

DU.

48

Feine kleine Welt

der Dinge,

wie flüchtig du doch bist,

dem Lachen

eines Kindes gegenüber.

49

Wenn dich mein Herz erschaut

mit manchem Grausen,

wird mir der wilder Erde Zwist bewusst.

Bis über beide Ohren noch

treibt es

das Blut mir ins Gesicht.

Erkennen heißt

ich

hab

dich

lieb.

50

Der Sonne Strahlen

lecken dein Gesicht,

am Boden

ein gar

mörderisch Gewicht

dich hält

gar fürchterlich,

du suchst

und traust dich nicht

das Licht zu sehen

hinter deiner hohlen Hand

die Schatten spendet.

51

Als ob der Mohr

gar blöde lacht,

über das dümmliche Gesicht

der feigen Matrosen

aus dem Gleichgewicht.

Das Schiff es dümpelt ohne Ruh,

doch keiner merkts

und sieht ihm zu.

Ihm zu gefallen

ist ein Wort,

dass man nicht bricht.

52

Gott ist hochdroben

wie die Sünde

und die Ruh,

dort bleibts

und hängt mit achem Grausen

in den Schlingen e´wger Ruh.

53

Schlingernd

noch im Gleichgewicht

verliert

er.

54

Selbst Schienen

halten nicht im Zaum

was Will.

55

Trotzig

hebt er die Faust

mit müden Knochen,

doch das Herz

ist schon zerbrochen.

Indianerweisheit.

56

Bettelnd gehen sie Hausieren

und fordern ohne Unterlass

die Müden Beine auszuruhen.

Statt sich zu Benehmen

wie ein edles Tier

lockt überall die blöde Gier,

der Worte leerer Traum,

im Schaum vorm Maul

der Wiederkäuer.

57

Egozentrik ist

zu faul

sich das zu holen

was man will.

“Es hat zu kommen”.

Kleinkinderdenken.

58

Der blöden Kinder Traum

ist leer und ohne

Unterlass.

Der blöden Kinder Traum

zerbricht.

59

Wie Hühner laufen sie zur Stange,

sich das Futter zu Erdulden

und ihre Träume bleiben leer

wie sie.

60

Du machst mich Weinen

du machst mich Lachen

gar fürchterlich.

61

Ich mach dich Weinen,

ich mach dich Lachen,

ich liebe Dich.

62

Alles was ich will.

Mit der nächsten Frau

die ich Lieben kann ein Kind.,

das ist alles, was ein Mann

letztendlich will.

Sich weitergeben.

63

Planlos ist das Ziel

Verwirrung ist das Los

Verzweifelt ohne Plan,

statt Plan zu sein.

Baupläne, Baukräne, Fahrpläne

und Züge die nirgendwo

ankommen.

64

Sie planen ihr Leben,

der Tod kommt irgendwann

gerade dann.

65

Die gewaltigste aller Kräfte

ist die Beziehungslosigkeit.

Sie schafft Leere und Zeitlosigkeit.

Alles wird zu einer langen Weile

und Bewegungslosigkeit.

66

Das Ziel aus den Augen verloren

die Blicke ins Nichts gerichtet

zeigt der Teufel sein Gesicht.

67

Man muss nicht die ganze Welt

verändern wollen,

wenn man anders Leben will,

es genügt schon anders

zu Leben,

dass die Welt

anders wird.

68

Wie wir uns geben

so sind wir,

wer immer gleich ist,

ist schon tot

und stirbt nur noch

lebendigen Leibes.

69

Ich weiß dich

ist das höchste Glück

und keine Not

wird mich mehr drücken.

70

Und erst dacht ich

hier ist Nacht,

jetzt blitzt der Sonne

wilder Schein

frohlocken Sein

gut Nacht.

71

Blitzen Feuerschwefel Tannen

durchs brüllende Geäst,

gefangen ward ich

in dem Nest,

erschaudernd durch ein nasses Moor

gegangen ist der Fluch

geronnen

der Versuch zu fangen.

Bangen Auges sieht er

in der liebsten Blick

ein Zucken

an der falschen Stelle.

Der falsche Beutel

ihr das Hirn genebelt.

Statt Sein nur mein

verät ihr Tasten

nach der Stelle

wo´s ewig fließt

ins offne Maul hinein

und man sie endlich

schnell erschießt

gemein.

72

Zigeuner gleich ging er

von Ort zu Ort,

an Bord nurmehr Geschichten

aus der fernen Welt

und gleich von nebenan er

kündetet und sang

die neuen Lieder.

Schwertern gleich erschienen sie

im lustigen Gewand der Winde,

die ums Haus der Hunde

strich.

Ein Stück Brot erbitt ich,

das Gekläff der Hunde

noch in den Ohren

gewann er schnell

das Weite.

73

Verwirrung stiften

war sein Weg.

Nicht Stock und Stein

schuld ihn daran

ihm nicht zu gehen

ohn` Unterlass

er ging.

Er ging des Weges grüner Flur

auch quer

wenn ihm der Sinn

nach oben stand

ge´n Himmel

der dort im Schatten

lustig liegte.

74

Der Wörter müder Sinn

gebrach

zwischen den Felsen,

die die Welt

bedeuten

machen

ohne

Unterlass.

75

Entschwunden all das Glück

der Welt

mit dem kleinen Wörtchen

Werde.

76

Dahin, stand ihm der Sinn,

gebannt blickte er auf seine leere Brieftasche,

gleich bei der nächsten Brücke

hörte man es Platschen. Beifall scheints,

wieder gegangen, ist einer zur ewigen Ruh.

Unterm Brückenpfeiler

wo einer aufgeschreckt

schnell noch zu retten

was zu retten war,

flugs ins Wasser sprang

zu suchen nach dem Glück des Nächsten.

Tags drauf

hört man die Leute reden

einige jammern auch wie immer Freudentränen.

Man hat ihn gefunden, endlich,

dick und aufgedunsen liegt er

wieder dort beim Brückenpfeiler

wo aufgeschreckt vor lauter Glück

zu finden was des anderen war,

sein bisschen Leben

vollgestopft mit Wasser

jetzt verbarg.

Ein Angler schimpfte über den Unrat

den manche Leut ins Wasser Schmeißen.

77

Das Weiße Krokodil

zerbricht an seinem

Stolz

wenn es nicht findet.

78

Sie verlangen Gefolgschaft

und gehen hinterher.

79

Düster ist der Nibelungen Lied,

wie in der Landschaft

in der es liegt,

und ohne Ahnung

ist der Schatz ein trunken Lied.

80

Müde,

in der Netz gehangen

ist ein Reisig

gleich

vergangen.

81

Nach Mir,

werden keine Bücher

mehr geschrieben werden,

man wird sie sich erzählen.

Hoffnung.

82

Und ich gebe die Hoffnung nicht auf,

doch noch eine Frau zu finden,

die mir ein einziges

Lachen, Lieben, Müde machen

ist.

83

Ich biete ein Himmelreich

und die Hölle dazu,

für eine einzige gesunde Frau

mit drei Brüsten.

84

Wenn man fort will,

muss man Wissen,

wo man hin will,

sonst kommt man immer wieder

zurück.

Egal wohin man geht

es ist immer die Vergangenheit

die man trifft,

bis man sie endlich

begräbt.

85

Voll und ganz Verbinden

oder

voll und ganz Zerreißen

das bin Ich.

86

Ameisen brauchen die Füße

die sie zertreten,

wenn sie über das Gleichgewicht

hinauswachsen.

87

Die meisten Menschen

sind wie Ameisen,

kaum Gehirnsubstanz,

fleißig wie die Bienen bauen sie,

bis die ganze Welt eine Wabe ist,

Wunderbar.

Aber wo ist dann der Platz

für die Blumen?

88

Ameisenstraßen gehen

kreuz und quer

wie Menschen

ohne Hirn-Sinn.

89

Es wird eine Zeit geben,

da werden wir alle

durch das Suchen unserer Liebe

verbunden sein

wie ein Volk.

Wir werden

um das Wissen der Liebe Leben

und verzeihen.

ENDE

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